Zusammenhalt in der Corona-Pandemie und anderen Krisen

30.03.2020

Die Corona-Pandemie zeigt aktuell, wie wichtig Zusammenhalt in der Gesellschaft sein kann. Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und Hasskriminalität stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt jedoch immer wieder in Frage. Das neue bundesweite Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) soll praxisrelevante Vorschläge erarbeiten, die dazu beitragen, das soziale Miteinander im Land zu erhalten und zu stärken. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat jetzt entschieden, das FGZ für zunächst vier Jahre zu fördern. Die Universität Bielefeld ist einer der elf Standorte des Verbunds.

Der Gründung des FGZ ging eine anderthalbjährige Vorphase voraus. Seit Januar 2019 erarbeiteten mehr als 100 Wissenschaftler*innen das Gründungskonzept für das Verbund-Institut. Die mehr als 70 Teilprojekte und die institutsübergreifenden Arbeitsbereiche starten ab dem 1. Juni 2020.

Die Bielefelder Sozialpsychologen Dr. Jonas Rees und Prof. Dr. Andreas Zick koordinieren den Aufbau des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) am Standort Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld

„Jetzt in Zeiten der Pandemie durch das Corona-Virus merken wir alle, wie wichtig Zusammenhalt in der Gesellschaft ist und wie bedeutsam Forschung für alltagspraktische Problemlösungen ist“, sagt Professor Dr. Andreas Zick. Er leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld und koordiniert mit seinem IKG-Kollegen Dr. Jonas Rees den Aufbau des FGZ am Standort Bielefeld. Zick kündigt an: „Mit dem neuen bundesweiten Institut können wir genauer erforschen, wie Zusammenhalt zustande kommt, wie er hält, wann er einbricht und wovon er abhängt. Zusammenhalt ist ohne die Aushandlung von Konflikten zwischen Gruppen nicht denkbar.“

„Jetzt in Zeiten der Pandemie durch das Corona-Virus merken wir alle, wie wichtig Zusammenhalt in der Gesellschaft ist und wie bedeutsam Forschung für alltagspraktische Problemlösungen ist“, sagt Professor Dr. Andreas Zick. Er leitet das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld und koordiniert mit seinem IKG-Kollegen Dr. Jonas Rees den Aufbau des FGZ am Standort Bielefeld. Zick kündigt an: „Mit dem neuen bundesweiten Institut können wir genauer erforschen, wie Zusammenhalt zustande kommt, wie er hält, wann er einbricht und wovon er abhängt. Zusammenhalt ist ohne die Aushandlung von Konflikten zwischen Gruppen nicht denkbar.“

Forschungsergebnisse für lokalen Zusammenhalt heranziehen

Jonas Rees, der zurzeit die Professur für Angewandte Sozialpsychologie an der Universität Bielefeld vertritt, ergänzt: „Wir wollen insbesondere erforschen, wie Gruppen Zusammenhalt erfahren, die von Krisen wie der Corona-Pandemie besonders stark betroffen sind. Dazu bauen wir ein Netzwerk mit lokalen Gruppen und Institutionen auf, sodass die Ergebnisse unserer Forschung direkt zur Stärkung des lokalen Zusammenhalts herangezogen werden können. Zusammenhalt fängt immer im Kleinen an und muss im Alltag gelebt werden. In Bielefeld gibt es viele eindrucksvolle Beispiele dafür, wie das gelingt.“

Das Bielefelder Team geht der Frage nach, wie Konfliktdynamiken und gesellschaftliche Veränderungen den Zusammenhalt in so unterschiedlichen Lebensbereichen wie Elternhaus, Bildungs-, Pflege- und Gesundheitssektor stärken oder gefährden können. Dafür untersuchen die Forscher*innen eine Vielfalt gesellschaftlicher Phänomene wie die Inklusion gesellschaftlich marginalisierter Gruppen oder Institutionen der politischen Partizipation. Auch befassen sie sich damit, wie Menschenfeindlichkeit, Rechtspopulismus und Hasskriminalität den gesellschaftlichen Zusammenhalt immer wieder in Frage stellen.

Regionale Vielfalt des Zusammenhalts im Fokus

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Verbund aus elf Hochschul- und Forschungsinstituten, die in zehn verschiedenen Bundesländern angesiedelt sind und dadurch auch die regionale Vielfalt gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland in den Blick nehmen. Zusammen sollen die mehr als 100 Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen mit empirischen Untersuchungen und großangelegten Vergleichen praxisrelevante Vorschläge erarbeiten, die dazu beitragen, gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. Die Untersuchungen decken Aspekte wie Identitäten und regionale Erfahrungswelten ab und erforschen diese im europäischen Vergleich und darüber hinaus. Der Verbund befasst sich außerdem mit den Themen Ungleichheiten und Solidarität, Medien und Konfliktkultur, Polarisierung und Populismus sowie Antisemitismus und Hasskriminalität.

Neben der Universität Bielefeld gehören die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bremen, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Leibniz-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena zu dem Verbund.

Neben der Universität Bielefeld gehören die Technische Universität Berlin sowie die Universitäten Bremen, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Leibniz-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena zu dem Verbund.