Anschubfonds Medizinische Forschung: erste sechs Kooperationsprojekte bewilligt

17.07.2020

Bis April konnten die Anträge zum Anschubfonds Medizinische Forschung (AMF) der Universität Bielefeld gestellt werden. Jetzt hat das Rektorat der Universität Bielefeld die Empfehlungen der Auswahlkommission gesichtet und über die Anträge entschieden. Der AMF unterstützt in der ersten Förderrunde sechs Kooperationsprojekte. Die neuen Projekte befassen sich mit technischen Anwendungen für die Rehabilitation, Mikrobiomen für die Therapie der chronischen Krankheit Rhinosinusitis, Eye-Tracking für die Diagnose von Schlaganfällen, künstlicher Intelligenz zur Nachsorge bei Hörprothesen, Schlafförderung als Präventions-maßnahme sowie mit einer verbesserten Versorgung von Patient*innen mit chronischen Schmerzen. Der AMF soll dazu beitragen, das Forschungsprofil der neu gegründeten Medizinischen Fakultät OWL weiterzuentwickeln. Gefördert werden Kooperationen zwischen Wissenschaftler*innen der Universität Bielefeld und Ärzt*innen des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe (UK OWL) sowie Praxen in OWL.

„Wir bedanken uns herzlich bei allen Bewerber*innen. Die zahlreichen guten Projektanträge zu verschiedenen spannenden und zukunftsträchtigen medizinischen Forschungsthemen haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Professor Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung und Forschungstransfer der Universität Bielefeld. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass die ausgewählten Projekte dazu beitragen, ein konkurrenz- und zukunftsfähiges Profil zu entwickeln und gratulieren den Beteiligten der Projekte, die gefördert werden.“

Folgende sechs Projekte mit breiter Beteiligung der Kliniken des UK OWL und verschiedener Fakultäten der Universität Bielefeld werden in der ersten Runde des AMF gefördert:

• „Adaptiv virtuelle Rehabilitation bei Verletzungen der oberen Extremität – Eine Machbarkeitsstudie“

• „Chronische Schmerzen bei Patient*innen mit und ohne entzündlich rheumatische Erkrankung in der Primär- und Sekundärversorgung: transsektorale Bestandsaufnahme, Überprüfung einer neuen Überweisungsstrategie und Analyse von Kontextfaktoren“

• „Detection of shifts in microbiome composition in chronic rhinosinusitis by an optimized analytical workflow” (zu Deutsch etwa: Nachweis von Verschiebungen in der Mikrobiom-zusammensetzung bei chronischer Rhinosinusitis durch einen optimierten analytischen Arbeitsablauf)

• „Ein KI-basiertes System zur optimierten Nachsorge von Cochlea Implantat‐ Patientinnen“

• „Kognitive Störungen nach Schlaganfall und bei Demenz: Neue Wege der Diagnostik mittels High-Resolution Eye-Tracking“

• „Vulnerable elderly, vulnerable brains: Modifying pathways from illness to impairment – Präoperative Schlafförderung als Prähabilitation zur Verhinderung des postoperativen Delirs bei älteren Menschen“

Zu der vom Rektorat beauftragten Auswahlkommission gehörten neben dem Prorektor für Forschung und Forschungstransfer ebenfalls die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät OWL, drei Mitglieder des Medizinischen Beirats der Universität Bielefeld sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Fakultät OWL.

„Der Fonds bietet Forschenden der Universität und forschenden Ärzt*innen der Kliniken und Praxen der Region vor allem die Möglichkeit, gemeinsame Drittmittelanträge vorzubereiten“, sagt Professorin Dr. Claudia Hornberg, die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät OWL. Dadurch können neue Kooperationen angeregt und das Forschungsprofil Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen weiterentwickelt und geschärft werden.

Unterstützt werden so Forschungsideen und -vorhaben im geplanten medizinischen Forschungsprofil „Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen“ mit den Forschungsschwerpunkten „Gehirn – Beeinträchtigung – Teilhabe“ und „Intelligente Systeme – Assistenz – In-terprofessionelle Vernetzung“ sowie den Perspektivfeldern „Mikrobielle Diversität im Lebensraum Mensch“ und „Data Science für die medizinische Versorgung“.

Ziel ist es zudem, die trägerübergreifende Forschung innerhalb des Universitätsklinikums OWL sowie die transsektorale Forschung zu stärken.

Der AMF wurde für eine befristete Zeit von drei Jahren und mit einem Gesamtfördervolumen von 1.5 Millionen Euro eingerichtet. Eine zweite Runde des AMF ist für Herbst 2020 vorgesehen. Für die erste Runde sind 24 Projekte eingereicht worden.

Sie haben die sechs neuen Kooperationsprojekte mit ausgewählt: Prof’in Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL, und Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Prorektor für Forschung und Forschungstransfer der Universität Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld/M.-D. Müller

Medizinische Fakultät OWL in Bielefeld

Zum Wintersemester 2021/22 wird an der Universität Bielefeld ein humanmedizinisches Studium als Modellstudiengang mit zunächst 60 Studierenden beginnen. Neben der kontinuierlichen fachbezogenen Vorbereitung auf die vielfältigen Anforderungen ärztlicher Tätigkeiten wird die Perspektive der ambulanten Medizin im neuen Modellstudiengang in besonderem Maße berücksichtigt. Aktuell laufen eine Vielzahl an Berufungsverfahren der neu zu besetzenden Professuren, die Entwicklung des Curriculums, der Aufbau der Lehr- und Forschungspraxen-Netzwerke sowie die Entwicklung der Qualifizierungsprogramme für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Für die Universität Bielefeld bedeutet die Medizinische Fakultät OWL eine strategische Erweiterung ihres Studienangebots und ihres Forschungsportfolios.

Website zum Anschubfonds Medizinische Forschung