04.02.2000

teutolab-Chemie - das Original! Seit 2000 Prototyp deutscher Schülerlabore

Nach einer nur einjährigen Konzeptionsphase, insbesondere durch die Chemikerin Prof. Dr. Katharina Kohse-Höinghaus, geht im Beisein von NRW-Bildungsministerin Gabriele Behler am 4. Februar 2000 das teutolab-Chemie, ein Mitmach- und Experimentierlabor für Schüler und Schülerinnen, an den Start. Es gilt damit als erstes Mitmachlabor an einer Universität und ist Prototyp und Vorbild für viele ähnliche Schülerlabore.

teutolab – Mitmachlabor für Schülerinnen und Schüler an der Universität Bielefeld, 2016.

Quelle: Universität Bielefeld

Eine Win-win-Situation
Die Idee war so einfach wie genial. Die naturwissenschaftlichen Fakultäten profitieren, indem sie Schülerinnen und Schüler, die an interessanten und forschungsnahen Experimenten teilnehmen, die Scheu vor den vielleicht ungeliebten Naturwissenschaften nehmen und so eine langfristige Nachwuchssicherung betreiben können. Die kooperierende Wirtschaft profitiert mittelfristig von dieser positiven Nachwuchssicherung. Die Schulen profitieren dadurch, dass sie ihren Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften trotz geringer finanzieller Mittel für die vergleichsweise teuren Fächer didaktisch begleitet anschaulichen Unterricht ermöglichen können. Die Lehramtsstudierenden profitieren dadurch, dass sie bereits während des Studiums Gelegenheit erhalten, ihre didaktischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Das teutolab-Netzwerk
Schon bald nach der Gründung des teutolab-Chemie war abzusehen, dass das Mitmachlabor an der Fakultät für Chemie den großen Andrang der Schulen mit den vergleichsweise geringen Kapazitäten an der Universität – seit Gründung sind insgesamt annähernd 100.000 Teilnehmende zu verzeichnen – nicht würde bewältigen können. Die Folge war, dass im Jahr 2002 das teutolab-Netzwerk mit Schulen gegründet wurde, die sich als Satellitenlabore vor Ort zur Verfügung stellen. Das Netzwerk – vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft ausgezeichnet – umfasst Schulen in der gesamten Region, aber auch in ganz Nordrhein-Westfalen. Selbst in Berlin und sogar im Ausland sind Satellitenlabore entstanden und tragen dazu bei, dass die teutolabs der Universität Bielefeld eine Erfolgsgeschichte bleiben.

  • Einweihung des teutolab-Chemie in Anwesenheit von NRW-Bildungsministerin Gabriele Behler (Mitte) am 4. Februar 2000. Mit dabei (v.l.n.r.): Helmut Steiner (Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft), Katharina Kohse-Höinghaus, Karl Peter Abt (Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld), Bernd Brunemeier (MdL) und Rainer Wend (MdB).

    Fotografin: Norma Langohr
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Teutolab“ am 6. Februar 2010 an der Universität Bielefeld. Es wurde mit ca. 800 Kindern ein Chemieversuch durchgeführt, ein Eintrag im Guinness-Buch der Weltrekorde allerdings knapp verfehlt.

    Fotografin: Norma Langohr
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Bunte Chemikalien brodeln vor gebannten Kindern.

    Fotografin: Norma Langohr
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Impression aus dem teutolab-Chemie.

    Fotografin: Norma Langohr
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Impression aus dem teutolab-Physik.

    Fotograf: unbekannt
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Impression aus dem teutolab-Mathematik.

    Fotograf: unbekannt
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Impression aus dem teutolab-Robotik.

    Fotograf: unbekannt
    Quelle: Universität Bielefeld
  • Impression aus dem teutolab-Biotechnologie.

    Fotograf: unbekannt
    Quelle: Universität Bielefeld

Die teutolab-Familie an der Universität Bielefeld
Mittlerweile existieren weitere teutolab-Angebote im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich der Universität: Der Gründung des teutolab-Chemie folgte die Gründung des teutolab-Physik 2003, des teutolab-Mathematik 2005, des teutolab-robotik am Research Institute for Cognition and Robotics (CoR-Lab) in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Cognitive Interaction Technology“ (CITEC) 2009 und schließlich des teutolab-Biotechnologie 2011. Das Angebot gilt dabei für alle Jahrgangsstufen und Schulformen und beinhaltet auch Aktivitäten für spezielle Zielgruppen, zum Beispiel Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen oder besonderen Begabungen.