Früher war das anders … die Westend-Partys

15.01.2019
von Anika Kilian
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Wo studiert wird, da wird gefeiert – daran hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nichts geändert. Ob Erstsemester-, Fakultäts- oder Semesterend-Party, die Universität hat schon viele ausgelassene Feiern erlebt. Als legendär gilt die Westend-Party, die im Januar 1983 erstmals gefeiert wurde.

Nur wenige kennen die tragische Geschichte um die Entstehung der Westend-Partys. Der Hintergrund: 1982 verunglückt ein Mitglied der damaligen Hochschul-Fußballmannschaft bei einer privaten Ski-Freizeit. Um die Eltern des verstorbenen Mannschaftskollegen zu unterstützen, kamen seine Freunde auf eine Idee: Sie organisierten eine Party zu Ehren ihres verstorbenen Mannschaftskollegen, deren Erlös komplett an seine Eltern gespendet wurde. „Wir waren ein sehr gemischter Haufen und die ganze Planung endete eher in einem organisierten Chaos“, erinnert sich Ulrich Staub, Absolvent der Wirtschaftswissenschaften des Jahrgangs 1983. Trotzdem wurde die Veranstaltung ein Erfolg: Rund 2.000 Besucherinnen und Besucher – eine für die damalige Zeit hohe Anzahl – erschienen und waren begeistert. Schnell stand fest: Das muss wiederholt werden! Die Party, die damals unter dem Namen „Super-Gala des guten Geschmacks“ an den Start ging, erlebte mit den Jahren einen Namenswechsel und wurde über die Grenzen Bielefelds hinaus bekannt. Den Namen Westend-Party verdankt sie dem Ort, an dem Mannschaftsmitglied Thomas Krieg 1983 zum ersten Mal sein DJ-Pult aufbaute.

Vorläufer der Westend-Party: Thomas Krieg, Mitglied der „Traditionself“, steht am DJ-Pult (ca. 1979). Foto: Ulrich Staub

Nachdem die Truppe der Initiatoren die Uni verlassen hatte, übernahm die Fachschaft der Wirtschaftswissenschaften die Organisation. Die Party war bald so beliebt, dass sie bis zu 10.000 Besucherinnen und Besucher anlockte und zeitweise als “Deutschlands größte Indoor-Uni-Party” galt. Die letzte Westend-Party fand 29 Jahre nach ihrer „Ur-Aufführung“ im Oktober 2014 statt. Die 2012 begonnenen Bauarbeiten am Universitätshauptgebäude machten eine Fortsetzung der beliebten Semesterstartparty unmöglich.

Die Westend-Partys galten als eine der größten Indoor-Uni-Partys Deutschlands (2005). Foto: Universität Bielefeld


Gefeiert wird dennoch: 2015 fand erstmals das Campus Festival statt und zieht seitdem jedes Jahr über 18.000 Gäste an. Statt in der Uni-Halle wird hier auf den Campus-Außenflächen im Freien gefeiert − national bekannte Bands und DJs treten dabei auf insgesamt fünf Bühnen auf.

Ein Blick auf das Campus Festival 2018. Foto: Universität Bielefeld

Im Zuge der Umbauarbeiten musste ab 2014 auch die bekannte Mensa-Party, die über Jahrzehnte hinweg mehrmals im Jahr stattfand, pausieren. Mittlerweile ist sie aber zurück: Im April 2018 feierten Studierende erstmals in der neuen Mensa im Gebäude X. Bereits einige Tage vorher war die Veranstaltung der Fachschaft Wirtschaftswissenschaften restlos ausverkauft. „Dank guter Zusammenarbeit mit der Universität und dem Studierendenwerk konnten unsere Pläne endlich verwirklicht werden“, sagt David Winkelmann, Hauptorganisator und Vorsitzender der Fachschaft. „Wir haben lange darauf gehofft − denn Feiern gehört zum Studentenleben und Mensa-Partys gehören zur Uni wie die Butter zum Brot.“

Dieser Artikel wurde im NACHSCHLAG, der Zeitung des Absolventen-Netzwerks der Universität Bielefeld e.V. erstveröffentlicht. Mitglieder des Vereins erhalten diese Zeitung exklusiv. Weitere Informationen: www.uni-bielefeld.de/alumni