Workshop

Epistemische Offenheit als Wagnis?

Über die Grundlagen, Herausforderungen und Grenzen der Wissenschafts-, Rede- und Meinungsfreiheit

Do 25.04.2019
09:00 – 16:00
ZiF – Zentrum für interdisziplinäre Forschung

Die Studienstiftung des deutschen Volkes sagt ein Seminar mit Götz Kubitschek ab, der Philosophie-Professor Dieter Schönecker gerät in die Schlagzeilen, weil er Thilo Sarrazin und Marc Jongen in seine Lehrveranstaltung einlädt. Die einen berufen sich auf Voltaire und möchten dafür kämpfen, dass alle jederzeit alles sagen dürfen, die anderen plädieren für „no platforming“ – in letzter Zeit wird nicht nur an Universitäten lebhaft diskutiert, wie man mit Positionen umgehen soll, die je nach eigener Couleur für politisch unliebsam gehalten werden.

Schon John Stuart Mill, einer der vehementesten philosophischen Verteidiger der freien Meinungsäußerung, war der Auffassung, dass deren förderliche Effekte – „die Gelegenheit, Irrtum gegen Wahrheit auszutauschen“ – auf „Geboten der Sittlichkeit in Sachen der öffentlichen Erörterung“ beruhen. Es stellt sich daher nicht nur die Frage, wie frei die Meinung sein sollte, sondern auch, wie die freie Meinung sein sollte. Unter welchen Bedingungen entwickelt sie kreatives Potential in und außerhalb der Wissenschaft? Sind  Provokation, Widerrede, Dissens an sich fruchtbar? Gibt es eine Grenze zwischen Freiheit und Zügellosigkeit? Und wer sollte diese Grenze zwischen dem legitimen Wettbewerb um Meinungen einerseits und dem Austausch von Beleidigung, Diskriminierung und unverhohlener Verachtung des Gegners andererseits ziehen? Nur der Gesetzgeber? Oder gibt es normative Grundlagen für den Gebrauch dieser Kommunikationsfreiheiten, die ihre Grenzen zu bestimmen erlauben?

Diesem philosophisch wie auch politisch kontroversen Themenzusammenhang nimmt sich eine Podiumsdiskussion und eine Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil) an.

Bei der Podiumsdiskussion (offen für alle, keine Anmeldung erforderlich) am 24. April 2019, 18.00-20.30 Uhr mit dem Titel Wissen.schafft.Freiheit? Meinung, Rede und Kritik im universitären Raum streiten sich Paula Diehl (Politikwissenschaft, Kiel), Thomas Gutmann (Jura, Münster), Maria-Sibylla Lotter (Philosophie, Bochum) und Lutz Wingert (Philosophie, ETH Zürich).

Impulse von Gerhard Ernst (Erlangen), Christoph Horn (Bonn), Maria Kronfeldner (CEO Budapest), Elif Özmen (Gießen), Dieter Schönecker (Siegen), Torsten Wilholt (Hannover) und Halis Yildirim (LMU München), werden am 25. April 2019, 9.00-16.00, bei der Arbeitstagung Epistemische Offenheit als Wagnis? Über die Grundlagen, Herausforderungen und Grenzen der Wissenschafts-, Rede- und Meinungsfreiheit geboten.

Die Tagung ist offen für alle Interessierten. Bitte melden Sie sich aber bis zum 15. April unter folgender Adresse an:

praktische@phil.uni-giessen.de

Die Teilnahme ist kostenlos, für die Verpflegung im ZiF erbitten wir einen Beitrag von 5 € (Studierende, Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen) bzw. 10 € (Personen in unbefristeten Arbeitsverhältnissen).

Kontakt

  • Deutsche Gesellschaft für Philosophie (DGPhil)
mrehm@uni-bielefeld.de

ZiF – Zentrum für interdisziplinäre Forschung
Raum:
ZiF

Zielgruppe:
alle

Öffentlichkeit:
mit Anmeldung

Link zur Event-Website