Workshop

Schuldnarrative. Zum produktiven Umgang mit Schuld

Forschungsgruppe 'Felix Culpa'? Zur kulturellen Produktivität der Schuld

07.05.2019 - 08.05.2019
13:00 – 18:00
ZiF – Zentrum für interdisziplinäre Forschung

Schuld erscheint, ungeachtet ihrer Gestalt, als ein nahezu unmerklicher und zugleich elementarer Bestandteil unserer Alltagserfahrung. Auf dieser Tagung erörtern VertreterInnen verschiedener Disziplinen – Geschichts- und Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie – mögliche Formen und Wirkungsweisen produktiver Schuld. Anders als in aktuellen Forschungsdebatten etabliert, plädieren die TagungsleiterInnen nicht für ein Schuldverständnis, das vornehmlich die psychologische Perspektive konturiert. Vielmehr wird Schuld als ein vielfältiges, in allen gesellschaftlichen Bereichen vorkommendes, soziales Phänomen verstanden.

Davon ausgehend gilt es zu klären, inwiefern die Aushandlung, Zuschreibung und Anerkennung von Schuld kommunikativ eine produktive Dynamik freisetzt; oder anders gefragt: welchen Mehrwert (ver-)birgt Schuld? Wie und in welchen Kontexten wird Schuld überhaupt kommuniziert? Wie ist das Verhältnis von Schuld und Öffentlichkeit, welcher Logik folgen Schuldnarrative im öffentlichen Raum? Diese Fragen sollen anhand unterschiedlichster Beispiele diskutiert werden: Die Bandbreite reicht von ungestraften Menschenrechtsverbrechen, der Rolle von Schuldnarrativen in Strafprozessen, über dem jüngst verhandelten Böhmermann-Prozess bis hin nach Weimar, jene Klassiker-Stadt, die deutsche Dichtkunst und das Konzentrationslager Buchenwald eigentümlich miteinander vereint.

Kontakt

  • Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)


ZiF – Zentrum für interdisziplinäre Forschung
Raum:


Zielgruppe:
Lehrende, Studierende, wiss. Nachwuchs, Wissenschaftler_innen

Öffentlichkeit:
hausöffentlich

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