Was Europa für Forschung, Studium und Arbeit an der Universität bedeutet

02.07.2020

Innovative Forschung und Lehre in einem Verbund sechs junger europäischer Universitäten abseits der großen Metropolen: Mit dieser Vision bewirbt sich die Universität gemeinsam mit fünf Partnerhochschulen als Europäische Hochschule. Was bedeutet Europa für Forschung Studium und Arbeit an der Universität? Die Frage beantworten ein Wissenschaftler, eine Mitarbeiterin und eine Studentin der Universität.  

Nadine Auner aus der Bielefeld School of Education (BiSEd)

„Gesellschaft und somit auch Schulen sind heute mehr denn je durch kulturelle Heterogenität geprägt. Daher möchten wir, dass angehende Lehrkräfte während ihres Lehramtsstudiums den Schritt ins Ausland wagen. So können sie das eigene Bildungssystem aus einer anderen Perspektive betrachten, um die eigenen Normalitätsvorstellungen von Schule und Gesellschaft zu reflektieren. Hierfür bietet Europa viele verschiedene Möglichkeiten der Mobilität und des Austauschs über das ERASMUS+ Programm: Innerhalb Europas können Studienaufenthalte an Kooperationsuniversitäten der Uni Bielefeld absolviert und finanziell unterstützt werden, ebenso wie Praktika an Schulen. Durch den Einblick in europäische Bildungssysteme hoffen wir, dass Lehramtsstudierende Impulse für die eigene Professionalisierung erhalten und Kompetenzen, etwa Offenheit, Toleranz oder Empathiefähigkeit, gestärkt werden, die für kulturell heterogene Klassenzimmer und für ihre Rolle als Multiplikator*innen an Schulen wichtig sind.“ Nadine Auner, BiSEd-Mitarbeiterin im Bereich Internationalisierung der Lehrer*innenbildung

Professor Dr. Thomas Hellweg von der Fakultät für Chemie. Foto: Universität Bielefeld

„Europäischer Austausch  ist für mich persönlich eine große kulturelle Bereicherung und ich bin immer wieder von den Unterschieden zwischen den verschiedenen Ländern fasziniert. Daher versuche ich auch unsere Studierenden für Aufenthalte im europäischen Ausland zu gewinnen. In diesem Kontext existiert seit Jahren ein Studienprogramm ‚Chemie‘, das wir gemeinsam mit der Université de Paris betreiben. Unsere Forschung hängt ganz wesentlich von der Nutzung von europäischen Großforschungseinrichtungen wie z.B. der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF), dem Institut Laue-Langevin (ILL), oder der gerade in Bau befindlichen European Spallation Source (ESS) ab. Aufgrund der hohen Kosten sind solche Forschungszentren von einzelnen Staaten kaum zu finanzieren. Außerdem stellen Sie Orte des internationalen Austausches dar. Die europäischen Länder weisen unterschiedliche Forschungskulturen in den Naturwissenschaften auf und der europäische Austausch ist daher sehr bereichernd, da unterschiedliche Herangehensweisen zur Lösung von Problemen durch Nutzung von Synergien führen.“ Professor Dr. Thomas Hellweg, Fakultät für Chemie

Marianthi Kontelli, griechische Studentin, der Universität. Foto: Marianthi Kontelli

„Durch Europa und die Möglichkeiten, die es bietet, habe ich ein zweites zu Hause finden können. Vor drei Jahren bin ich aus Griechenland zur Universität Bielefeld – im Herzen Europas – gekommen und habe mein bilinguales Studium im ‚International Track‘ begonnen. Durch den DAAD bin ich in Kontakt mit Studierenden und jungen ForscherInnen aus ganz Europa gekommen. Ich habe am Qualifikationsprogramm ‚Europa Intensiv‘ der Universität Bielefeld teilgenommen und an der ‚Europäische Sommerakademie‘ im Gustav Stresemann Institut in Bonn. Dadurch hatte ich die Gelegenheit, die Europäischen Institutionen in Belgien und Luxembourg zu besuchen. Heute verstehe ich, dass ich durch diese Erfahrungen an verschiedenen Orten Europas mehr als ein perspektivenreiches Studium gewonnen habe: Die Erweiterung meines Horizonts, das Leben in anderen Ländern, Fremdsprachkenntnisse, ein europaweites Kolleg*innen- und Freund*innen-Netzwerk sowie überraschende Austauschmöglichkeiten kommen ebenfalls hinzu. Diese Aspekte haben meine Leidenschaft für die Forschung weiterentwickelt und mich zu einer bewussten jungen Europäerin gemacht.“ Marianthi Kontelli, Masterstudentin Erziehungswissenschaft (International Track) aus Griechenland

Die Universität Bielefeld bewirbt sich gemeinsam mit fünf Partnerhochschulen als Europäische Hochschule. Im Interview spricht Professorin Dr. Angelika Epple, Prorektorin für Internationales und Diversität, zu den Hintergründen der Bewerbung.